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Das Dorf für die Herstellung von Schneidebrettern Dinh An

2026/3/23 | 10:52:21
(VOVWORLD) - Im Dorf An Hoa in der Gemeinde Lai Vung in der Provinz Dong Thap besteht seit mehr als 70 Jahren das traditionelle Handwerk von Schneidebrettern aus Holz. Der Ruf des Dorfes basiert bis heute auf der Sorgfalt der Handwerker und der Qualität seiner Produkte. 
In diesem Handwerksdorf werden robuste Schneidebretter hergestellt, die in den Küchen von Millionen vietnamesischer Familien verwendet werden. (Foto: VOV-Verkehrskanal)

Das Handwerksdorf Dinh An liegt an der Nationalstraße 54. Schon von weitem erkennt man den Ort: Entlang der Straße liegen Holzbretter in der Sonne, aus den Werkstätten hallen Sägen und Schleifen, am Flussufer warten Boote auf das Entladen.

Niemand kennt den genauen Entstehungszeitpunkt des Handwerksdorfes. Ältere Bewohner erinnern sich nur daran, dass das Handwerk bereits seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts blühte. Früher transportierten die Menschen dort Agrarprodukte mit dem Boot in andere Provinzen. Auf dem Rückweg brachten sie oft Palmblätter für Dächer und Holz von Indischen Lorbeerbäumen für Haussäulen mit. Aus Restholz entstanden zunächst Schneidebretter für den Eigenbedarf, später wurden sie verkauft und für andere Sachen getauscht. Mit wachsender Nachfrage entwickelte sich daraus das heutige Handwerksdorf. Nguyen Van Thi, ein Handwerker in zweiter Generation, erzählt:

„Früher kaufte mein Vater Holz von Indischen Lorbeerbäumen, um Pflüge und Achsen herzustellen und sie zu verkaufen. Aus dem Restholz schnitt er probeweise Schneidebretter und nahm sie mit auf den Markt. Nach und nach kauften die Leute mehr, und wir weiteten die Produktion aus. Damals reichte es gerade für das Leben, weil es noch keine Maschinen gab. Heute produzieren wir viel mehr.“

Die Holzschneidebretter aus Dinh An sind vor allem wegen ihrer Haltbarkeit, ihres günstigen Preises und ihres ansprechenden Aussehens beliebt. Das harte Holz splittert beim Hacken nicht, die runde, glatte Form ist praktisch und hygienisch. Die Bretter haben einen Durchmesser von 20 bis 50 Zentimetern und werden aus verschiedenen Holzarten gefertigt, darunter Indische Lorbeerbäume, Mangobäume, Jackfruchtbäume und Tamarindenbäume. Sie werden in Handarbeit ohne Chemikalien hergestellt und in der Sonne getrocknet, damit sie eben bleiben und nicht schimmeln. Nguyen Quoc Viet, ein Werkstattbesitzer in Dinh An, sagt:

„Dieses Handwerk wurde von unseren Vorfahren überliefert. Unsere Schneidebretter sind naturbelassen, ohne Chemikalien oder Farbstoffe. Form und Größe sind sehr schön. Sie werden im Mekong-Delta verkauft und sichern den Menschen ein besseres Einkommen.“

Erfahrene Handwerker wählen für die Herstellung vor allem altes, großes Holz und trocknen es gründlich. Danach folgen Zuschnitt, Formgebung, Glätten und Hobeln. Trotz maschineller Hilfe bleibt das Handwerk anspruchsvoll: Damit ein Brett langlebig ist und nicht reißt, müssen Dicke, Rundung und Breite genau stimmen. Besonders das Feinschleifen erfolgt weiterhin von Hand.

Die Schneidebretter des Handwerksdorfes Dinh An sind sowohl schön als auch langlebig. (Foto: VOV-Verkehrskanal)

Die Arbeit ist mühsam und wird meist innerhalb der Familie aufgeteilt. Während Männer Transport, Sägen und Zuschneiden übernehmen, sind Frauen zuständig für das Schleifen und Trocknen. Besonders aufwendig ist das Trocknen in der Sonne, das bei wechselhaftem Wetter ständig überwacht werden muss. In der Regenzeit dauert es oft viele Tage, bis die Bretter weiterbearbeitet werden können.

Als bekanntestes Produkt gilt das Schneidebrett aus Holz von Indischen Lorbeerbäumen. Dafür wird bevorzugt altes, massives Holz verwendet. Le My Trang, die in Dinh An Schneidebretter hobelt, sagt:

„Die Oberfläche muss glatt und glänzend sein. Am besten sind Bretter aus Holz von Indischen Lorbeerbäumen. Bretter aus Mangoholz werden heute kaum noch hergestellt. Ein Brett aus Holz von Indischen Lorbeerbäumen hält etwa zehn Jahre. Es schimmelt nicht und splittert nicht.“

Im Durchschnitt produziert eine Familie in Dinh An täglich etwa 200 Schneidebretter. In Spitzenzeiten, etwa vor dem Neujahrsfest Tet, kann die Zahl auf bis zu 1.000 Stück steigen. Besonders in der Hochwassersaison von August bis November wird das Dorf lebhafter als sonst. Dann prägen Sägen, Hämmern, Maschinen und Stimmen der Menschen den Alltag und verleihen dem ländlichen Ort einen ganz eigenen Rhythmus.

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