- Ich habe in den Jahren 1978 und 1979 den Beruf von Frau Dang Thi Qua gelernt. Nach ihrem Unterricht habe ich vieles nachgemacht. Wenn ich kreativ sein wollte, konnte ich sie fragen.
- Früher haben sich mehr als 120 Haushalte mit der Herstellung von Keramikprodukten beschäftigt. Die Zahl ist nun um 20 gesunken. Denn die Materialien sind im Vergleich zu früher weniger und schwieriger zu finden. Früher konnte man gut von diesem Beruf leben. Heute ist der Gewinn geringer.
So die zwei Meister im Keramikdorf Binh Duc, Luong Thi Hoa und Lam Hung Soi. Für sie liegt der Wert der Keramik in Binh Duc nicht nur in der kulturellen Tiefe des Gemeinschaftsglaubens der Cham, sondern auch in der Geschichte der stillen Ausdauer, mit der dieses Handwerk im modernen Leben bewahrt wird.
Die Keramik der Cham wird ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Dafür wird eine sehr gut haftende Tonerde verwendet. Eine Besonderheit liegt darin, dass für die Herstellung keine Töpferscheibe verwendet wird. Alle Produkte entstehen ausschließlich durch die Hände der Frauen der Cham.
2012 wurde der Beruf zur Herstellung von Keramikprodukten der Cham im Dorf Binh Duc zum nationalen immateriellen Kulturerbe gekürt. Zehn Jahre später hat die UN-Kulturorganisation diesen Beruf der Cham in die Liste des immateriellen Kulturerbes eingetragen, das dringend geschützt werden muss. In der Zeit der digitalen Transformation engagieren sich junge Menschen im Keramikdorf Binh Duc für die Anwendung von digitalen Technologien im Erhalt des Erbes und in der Verbreitung von Keramikprodukten.
Xich Mai Chi wurde in einer Familie geboren, die seit vielen Generationen Keramikprodukte herstellt. Statt der offenen Holzverbrennung hat sie Öfen bauen lassen, in denen Keramik mit Kohle gebrannt wurde. Statt des Verkaufs von Produkten an Händler wie früher, stellt sie ihre Produkte nun auf YouTube, Facebook und Zalo vor, um für diese zu werben. Dadurch könne sie nun zahlreiche Bestellungen in- und außerhalb der Provinz erhalten, freut sich Mai Chi:
„Meine Familie verrichtet diesen Beruf schon lange. Neben traditionellen Waren wie Töpfe, Schalen und Wasserkessel, die im Laden verkauft werden, stelle ich auch Produkte auf sozialen Netzwerken vor. Dadurch sind wir bei den Kunden bekannter geworden. Im Durchschnitt bekomme ich jeden Monat mehr als 200 Bestellungen aus dem ganzen Land.“
Die Lokalbehörden nutzen verschiedene Finanzierungsquellen, um die Berufsausbildung zu unterstützen, in die Infrastruktur zu investieren und die digitale Transformation im Handwerksdorf voranzutreiben. Parallel dazu lege sie großen Wert darauf, die Bewohner mit IT-Kenntnissen auszustatten und sie beim Livestream-Handel sowie der Produktwerbung auf digitalen Plattformen anzuleiten, sagt der Vizevorsitzende des Volkskomitees der Gemeinde Bac Binh, Tran Quoc Tuan:
„Derzeit entwickelt sich das Keramikdorf Binh Duc positiv mit vielfältigeren Mustern und einem erweiterten Markt. Am wichtigsten ist es, dass das traditionelle Handwerk bewahrt und fortgeführt wird, indem junge Menschen die Produkte auf sozialen Netzwerken bewerben und verkaufen.“
Dank dem Internet kennen nun zahlreiche Menschen die traditionellen Keramikprodukte des Dorfes Binh Duc. Die Präsenz der Keramikprodukte im digitalen Raum schafft eine starke Verbindung, damit die Geschichten des Dorfes, des Handwerks sowie der Glaube und die Kultur der Cham nachhaltig bewahrt und verbreitet werden.







