Es handelt sich um den ersten Staatsbesuch eines vietnamesischen Parteichefs in Dänemark und zugleich die ersten offiziellen Besuche bei der EU und in Belgien von KPV-Generalsekretär und Staatspräsident To Lam.

Stärken entfalten, Spielräume für Kooperation erweitern

Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und grünes Wachstum bieten Vietnam und Dänemark vielversprechende Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Das bilaterale Handelsvolumen in den ersten acht Monaten dieses Jahres ist um fast 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Unterdessen hat Belgien die Stärken in den Bereichen künstliche Intelligenz, Chipherstellung sowie in Hafen- und Logistikinfrastruktur. Diesen Bereichen schenkt Vietnam große Aufmerksamkeit, um seine technologische Kompetenz und die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft zu verbessern. Dazu Nguyen Huong Tra, Vietnams Botschafterin in Belgien und zugleich Leiterin der vietnamesischen Vertretung bei der EU:

„Mit seinen Stärken in den Bereichen digitaler Transformation, künstlicher Intelligenz und Chip-Produktion kann Belgien Vietnam dabei unterstützen, sich tiefer in globale Produktions- und Lieferketten zu integrieren. Zudem verfügt Belgien über wertvolle Erfahrungen beim Ausbau von Seehäfen, strategischer Infrastruktur sowie in der grünen und intelligenten Logistik.“

Mit der EU bildet die im Januar 2026 geschlossene umfassende strategische Partnerschaft ein neues politisches Fundament. Julien Guerrier, EU-Botschafter in Vietnam, unterstreicht die Rolle von Handel und Investitionen in den bilateralen Beziehungen:

„Die bilateralen Beziehungen haben sich in den vergangenen 35 Jahren stetig entwickelt. Heute verbinden uns eine tiefe Kooperation in allen Bereichen. Die wichtigste Säule bleiben Handel und Investitionen. Dank des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Vietnam, das vor sechs Jahren in Kraft trat, ist das bilaterale Handelsvolumen in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen. Europa ist einer der Hauptexportmärkte Vietnams.“

Zusagen in konkrete Vorteile umsetzen

Doch im neuen Zeitalter muss die Ausweitung des Handels stets mit der Verbesserung der Wachstumsqualität einhergehen. Botschafterin Nguyen Huong Tra weiter:

„Wissenschaft, Technologie, Innovation und die digitale Transformation haben für die Beziehungen zwischen Vietnam und der EU künftig höchste Priorität. Dies wird nicht nur bei hochrangigen Absichtserklärungen bleiben, sondern auch während dieses Besuchs in konkrete Projekte und Aktionen umgesetzt. Darüber hinaus sind die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte und die Entwicklung strategischer Infrastruktur Stärken der EU. Diese sind Bereiche, in denen beide Seiten ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen können.“

Für Vietnam bedeutet die Kooperation mit den europäischen Partnern weit mehr als nur die Diversifizierung von Märkten, Kapital und Technologie. Es geht darum, die eigene strategische Autonomie zu stärken und neue Wachstumsmotoren zu schaffen. Die Europareise von KPV-Generalsekretär und Staatspräsident To Lam verleiht den vietnamesisch-europäischen Beziehungen eine völlig neue Dynamik. Die jeweiligen Stärken beider Seiten zu entfalten und die gemeinsame Vision mit den praktischen Bedürfnissen zu verbinden, sind der Schlüssel für eine tiefgreifende, effektive und nachhaltige Kooperation. Dies trägt ebenfalls dazu bei, Entwicklungsziele Vietnams in der neuen Phase zu verwirklichen.