In den letzten Augusttagen erstrahlt Hanoi mit Flaggen und Blumen und blickt voller Vorfreude auf den Nationalfeiertag. Aus diesem Anlass werden sieben große Kunstprogramme in vielen Gemeinden und Wohnvierteln der Stadt veranstaltet. Am Abend des 2. September wird das Cheo-Theater Hanoi Aufführungen am Ba-Kieu-Tempel anbieten. Auch das Drama-Theater Hanoi, das Cai-Luong-Theater Hanoi und das Thang-Long-Puppentheater bieten den Bewohnern in den Gemeinden Phuc Son, Bat Trang und Dai Xuyen Aufführungen an. Auch in vielen Kultur- und Geschichtsräumen der Hauptstadt finden Ausstellungen zum Thema „Unabhängigkeitstag“ statt.
Eine der Geschichten, die auf diese Weise neu erzählt werden, ist das Musical „Eine bewegte Kindheit“ des Jugendtheaters. Der Kontext des Werks ist die Stadt Hue während des Widerstandskriegs gegen die Franzosen. Es geht um die jungen Mitglieder der Aufklärungstruppe des Tran-Cao-Van-Regiments, die obwohl inmitten von Bomben und Gefahren leben, bewahren sich noch ihre Unschuld der Jugend, die Sehnsucht nach Freiheit und einen leidenschaftlichen Patriotismus. Das Stück ist eine Kombination zwischen den Ausdrucksformen des Musiktheaters, darunter Schauspiel, Musik, Gesang, Choreografie und körperliche Bewegung, um Geschichte zu erzählen, sagt Regisseurin Anh Tuyet:
„Es handelt sich nicht nur um eine Aufführung, die Geschichte nachstellt. Vielmehr sollte ein Theaterraum geschaffen werden, in dem Geschichte durch die Schicksale, Seelen und Entscheidungen junger Menschen wiederbelebt wird. Wichtig ist, dass wir den Krieg nicht zu einem Bild machen wollen, das nur aus Schlachten und Opfern besteht. Hinter dem Krieg stehen konkrete Menschen, die die Interessen des Landes, die Freundschaft und Kameradschaft über ihre eigene persönliche Sicherheit gestellt haben.“
Auch der vietnamesische Zirkusverband hat mit der Show „Vietnamesischer Heldengeist“ eine Geschichte erzählt. Sie zeichnet den historischen Verlauf nach – von der Ära der Hung-Könige mit Figuren von Lac Long Quan und Au Co über den Dong-A-Heldengeist der Tran-Dynastie bis hin zum heutigen Bild des Landes. Dazu der Direktor des vietnamesischen Zirkusverbandes Tong Toan Thang:
„Die Besonderheit des Programms ist der Teil „Der Dong-A-Heldengeist“. Zum ersten Mal benutzen wir Kostüme aus der Zeit der Tran-Dynastie und die Schauspieler spielen die Rolle der Soldaten der Tran-Dynastie. Durch die Erzählsprache der Zirkuskunst versuchen die Künstler, dem Publikum noch tiefere Emotionen zu vermitteln – ein Gefühl des Nationalstolzes und der Liebe zum Vaterland.“
Aus diesem Anlass veranstaltet das vietnamesische Frauenmuseum die Sonderausstellung „Die Jugendzeit vom Truong-Son-Pfad zum legendären 1C-Pfad“. Sie führt das Publikum zu den Jahren der Kämpfe gegen die Amerikaner zurück, erzählt durch die Geschichten von Generationen, die sich der Unabhängigkeit, dem Frieden und der Wiedervereinigung des Landes gewidmet haben. Die Direktorin des vietnamesischen Frauenmuseums Nguyen Thi Tuyet erzählt:
„Durch die Ausstellung möchten wir der heutigen jungen Generation eine Botschaft vermitteln: Der Krieg liegt zwar weit zurück, doch diese Erinnerungen sollten wir in Ehren halten und würdigen. Sie erinnert uns daran, wie die heutige Generation voranschreiten muss – standhaft in der neuen Ära der Entwicklung, um das Land noch wohlhabender aufzubauen.“
In diesen Tagen lassen die Lichter der Kunstbühnen, Ausstellungen und Kulturaktivitäten nicht nur eine farbenfrohe Festsaison erstrahlen. Sie helfen auch jedem, besonders der jungen Generation, den Wert des Friedens und der Unabhängigkeit mehr zu verstehen und zu respektieren.







