Das ist der erste offizielle Besuch des myanmarischen Präsidenten Min Aung Hlaing in Vietnam, seitdem Myanmar im April 2026 die Parlamentswahlen durchgeführt und eine neue Regierung gegründet hat. Der Besuch findet zu einem Zeitpunkt statt, in dem die Beziehungen zwischen Vietnam und Myanmar in vielen Bereichen vertieft werden.
Feste Grundlage der Beziehungen
Vietnam und Myanmar haben im Mai 1975 ihre diplomatischen Beziehungen aufgenommen. Aber die Verbundenheit beider Völker entstand bereits viel früher. 1947 hat Vietnam eine ständige Vertretung in Rangun eröffnet. Die Besuche des damaligen myanmarischen Premierministers U Nu in Vietnam im Jahr 1954 und von Präsident Ho Chi Minh in Myanmar im Jahr 1958 waren wichtige Meilensteine, die den Grundstein für die Beziehungen zwischen beiden Ländern legten. Im Laufe von mehr als fünf Jahrzehnten mit vielen Tiefen und Höhen hätten sich die Beziehungen beider Nationen weiterentwickelt, sagt der vietnamesische Botschafter in Myanmar Nguyen Anh Duc:
„Vietnam und Myanmar pflegen seit den ersten Jahren der Unabhängigkeit Vietnams traditionell enge und solidarische Beziehungen und nahmen 1975 offiziell diplomatische Beziehungen auf. Anlässlich des offiziellen Besuchs von KPV-Generalsekretär Nguyen Phu Trong in Myanmar im Jahr 2017 haben beide Seiten ihre Beziehungen zur umfassenden Kooperationspartnerschaft aufgewertet.“
Vietnam und Myanmar verfügen über viele Ähnlichkeiten von Kultur und Geschichte, vor allem die Kämpfe um die Unabhängigkeit des Volkes. Während der Kämpfe zur nationalen Befreiung in Vietnam haben die Regierung und Bürger Myanmars Vietnam stark unterstützt. Diese Ähnlichkeiten und die Verbundenheit, die über Generationen gepflegt wurde, haben ein wichtiges Fundament für die bilateralen Beziehungen geschaffen. Auf dieser Grundlage eröffnet der Rahmen der umfassenden Kooperationspartnerschaft weiterhin neue Räume für die Entwicklung der bilateralen Beziehungen.
Das Jahr 2025 markiert das 50-jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Vietnam und Myanmar. Die bilateralen Beziehungen werden weiterhin durch Austauschkanäle und Kontakte aufrechterhalten. Die Zusammenarbeit beider Seiten wurde in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung, Kultur, Bildung und Ausbildung, Tourismus und Begegnung beider Völker ausgebaut.
Dabei gilt die wirtschaftliche Kooperation als Lichtpunkt in den Beziehungen beider Staaten. Das bilaterale Handelsvolumen lag in der ersten Jahreshälfte 2026 bei etwa 335 Millionen US-Dollar. Vietnam belegt derzeit den siebten Platz unter den ausländischen Investoren in Myanmar, dessen Projekte sich hauptsächlich auf die Bereiche Telekommunikation, Banken, Immobilien, Bauwesen, industrielle Produktion und Landwirtschaft konzentrieren.
Beide Länder haben auch in schwierigen Zeiten den Geist der Solidarität und der gegenseitigen Unterstützung gezeigt. Nach dem Erdbeben im März 2025 entsandte Vietnam Rettungskräfte sowie Hilfsgüter, um Myanmar bei der Bewältigung der Folgen zu unterstützen.
Erweiterte Kooperationsräume
Auf Fundamenten der politischen Beziehungen in den vergangenen mehr als 50 Jahren verfügen beide Länder über noch Potentiale für die Stärkung der Kooperation in Wirtschaft, Handel und Investitionen. Myanmar besitzt einen Markt von über 51 Millionen Einwohner, vielfältige Ressourcen und junge Arbeitskräfte. Auch sein Bedarf an dem Wiederaufbau der Infrastruktur, Konsumgütern und der Anziehung ausländischer Direktinvestitionen ist groß. Diese Bereiche können mehrere Chancen für vietnamesische Unternehmen eröffnen, fügt Botschafter Nguyen Anh Duc hinzu:
„Derzeit befinden sich die Beziehungen beider Seiten in einer neuen Entwicklungsphase. Sie sollten sich auf vier große Kooperationen fokussieren, darunter die Verbesserung des politischen Vertrauens und die Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dazu zählen auch die Förderung der Begegnung beider Völker, des Tourismus und der Direktfluglinie sowie die enge Kooperation auf regionalen und internationalen Foren, besonders bei der südostasiatischen Staatengruppe ASEAN und der Mekong-Subregion.“
Mit dem Empfang von Präsident Min Aung Hlaing zu seinem Besuch sendet Vietnam eine starke Botschaft über die Umsetzung einer friedlichen, kooperativen und entwickelten Außenpolitik. Demnach will Vietnam die Beziehungen zu allen traditionellen Freunden stärken und großen Wert auf die Beziehungen zu Myanmar legen. Der Besuch eröffnet zugleich die Chance für beide Länder, die umfassende und substanzielle Zusammenarbeit in vielen Bereichen auszubauen.







