In den kleinen Tischlereien, die sich in den engen Gassen in der Gemeinde Son Dong verbergen, sind schon am frühen Morgen Meißel- und Sägegeräuche zu hören. Dort widmen sich Handwerker unermüdlich ihren vertrauten Arbeitsschritten: dem Formen, Schnitzen, Lackieren und Blattvergolden. Jeder einzelne Schritt erfordert handwerkliches Geschick und eine über viele Jahre gereifte Erfahrung.
Das Handwerksdorf Son Dong ist berühmt für das Schnitzen von Buddha-Statuen, Kultgegenständen und feinem Altarzubehör. Die Produkte des Dorfes sind heute in Tausenden von Pagoden und Tempeln in ganz Vietnam zu bewundern. Der herausragende Kunsthandwerker Nguyen Danh Son im Dorf Son Dong teilt mit:
„Unser Handwerksdorf ist bereits im ganzen Land berühmt. Mit dem Beitritt zum UNESCO-Netzwerk für kreative Städte im Bereich Kunsthandwerk und Volkskunst haben wir nun die Gelegenheit, der Welt die besondere Kultur unseres Dorfes vorzustellen – insbesondere unsere filigranen Schnitzereien.“
Aus schlichten Stämmen des Jackfruchtbaums entstehen durch die geschickten Hände der Kunsthandwerker lebendige Statuen voller Ausstrahlung und spiritueller Tiefe. Im Zuge der internationalen Integration verbessern die Handwerker des Dorfes kontinuierlich ihre Designs und informieren sich über den Kundengeschmack, um Exportwege zu erschließen und der Welt die Essenz des Handwerks vorzustellen.
Nguyen Viet Huan, Vorsitzender des Verbands der Kunsthandwerker der Gemeinde Son Dong sagt:
„Die Holzschnitzerei in Son Dong besteht seit Jahrtausenden. Wir bewahren die traditionellen Techniken, verwenden gleichzeitig fortschrittliche neue Technologien, um marktgerechte Produkte zu schaffen. Durch den Einsatz von Hochtechnologie und innovativen Designs wollen wir den strengen Anforderungen des weltweiten Kunsthandwerksmarktes gerecht werden.“
In der Gemeinde Son Dong beschäftigen sich derzeit etwa 1.700 Haushalte mit diesem Handwerk, was 70 Prozent der gesamten Haushalte der Gemeinde ausmacht. Der Jahresumsatz wird auf umgerechnet über 26 Millionen US-Dollar geschätzt. Für die Handwerker vor Ort bedeutet die Bewahrung des Handwerks nicht nur die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen, sondern auch den Erhalt der kulturellen Identität der Nation. Dazu Cao Van Tam, stellvertretender Vorsitzender des Volkskomitees der Gemeinde Son Dong:
„Die Verwaltung hat gezielte Pläne zur Entwicklung und Erweiterung des Handwerksdorfes aufgestellt. Ziel ist es, die traditionellen Werte des Dorfes, vor allem im Schnitzen von Buddha-Statuen, zu bewahren und zu fördern. Der Beitritt zum UNESCO-Netzwerk für kreative Städte im Bereich Kunsthandwerk und Volkskunst ist eine wichtige Grundlage, um das Handwerksdorf in der neuen Phase zu entwickeln. Dies ist ebenfalls eine Möglichkeit, für die Produkte des Dorfes nicht nur im Inland, sondern auch weltweit zu werben.“
Produkte aus Son Dong werden bereits ins Ausland exportiert, wie nach Japan und Südkorea. Die Aufnahme des Dorfes in das UNESCO-Netzwerk für kreative Städte im Bereich Kunsthandwerk und Volkskunst eröffnet neue Möglichkeiten für die Handelsförderung, Markenentwicklung und die Wertsteigerung vietnamesischer Kunsthandwerksprodukte auf dem globalen Markt. Dazu Nguyen Dinh Hoa, stellvertretender Direktor der Behörde für Landwirtschaft und Umwelt der Hauptstadt Hanoi:
„Dies ist eine enorme Ehre – nicht nur für die Stadt Hanoi, sondern für ganz Vietnam. Wir wurden vom Volkskomitee der Stadt beauftragt, das Projekt zur Entwicklung und Erhaltung von Handwerksdörfern für den Zeitraum 2026-2030 umzusetzen. Darin werden die Geschäfts- und Produktionsaktivitäten der Handwerksdörfer eng mit dem ländlichen Tourismus verknüpft.“
Durch die Bewahrung traditioneller Kultur, die Kreativität und den Einsatz von Technologie ist Son Dong nicht nur ein Ort, der die Essenz der vietnamesischen Statuenschnitzerei bewahrt, sondern es hat auch das Potenzial, sich zu einem einzigartigen kulturellen und touristischen Ziel zu entwickeln.






