In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben die ausländischen Direktinvestitionen in Vietnam schätzungsweise 7,40 Milliarden US-Dollar erreicht. Dies entspricht einer Steigerung von 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das ist der höchste Stand im gleichen Zeitraum der vergangenen fünf Jahre.
Tiefgreifende Teilnahme an wertschöpfungsintensiven Gliedern
Bemerkenswert ist die Verarbeitungs- und Fertigungsindustrie weiterhin der Bereich mit den höchsten FDI, die fast 83 Prozent der gesamten ausländischen Direktinvestitionen ausmachen. Dieses Ergebnis zeigt, dass sich die FDI früher in arbeitsintensiven Bereichen mit einfacher Montage konzentriert haben, die heute stärker in Hightech-Bereiche verlagern. Betroffen sind unter anderem elektronische Bauteile, Halbleiter, Präzisionsgeräte, Rechenzentren und digitale Technologien.
Einige aktuelle Großprojekte, besonders im ersten Quartal 2026, sind unter anderem das Projekt zur Herstellung von Flip-Chip-Ball-Grid-Array-Packages von Samsung mit Investitionen von 1,2 Milliarden US-Dollar in Thai Nguyen und das Flüssigerdgas-Projekt mit Investitionen von 2,2 Milliarden US-Dollar in der Provinz Nghe An. Sie zeigen, dass Vietnam derzeit schrittweise an wertschöpfungsintensiven Gliedern der globalen Lieferkette teilnimmt. Laut dem Vorstandschef des Industriekonzerns Bosch in Vietnam, André de Jong, ist Vietnam ein attraktiver Standort für ausländische Direktinvestitionen:
„Vietnam ist nicht mehr ein Punkt auf der Landkarte. Das Land ist nun ein bekannter und zuverlässiger Partner der europäischen Unternehmen und Investoren. Die Zuverlässigkeit liegt in seinem Ein-Partei-System und seiner klaren und stabilen Politik, nach der wir als Investoren suchen wollen. Darüber hinaus bieten 17 Freihandelsabkommen und 15 umfassende strategische Partnerschaften Vietnam Chancen und Stabilität in einem turbulenten Umfeld an. Sie wirken wie ein strategischer Anker.“
Investitionsverlagerung für bahnbrechende Erfolge nutzen
Hinsichtlich der Perspektive im Jahr 2026 haben die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank bestätigt, dass die globalen ausländischen Investitionen unter dem Druck hoher Zinssätze, geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Fragmentierung stehen. Daher hängt die Perspektive der FDI-Förderung in diesem Jahr und in den nächsten Jahren von der Reform- und Anpassungsfähigkeit Vietnams ab.
Außerdem soll Vietnam ein einheitliches FDI-Ökosystem entwickeln und die FDI gezielt anziehen. Vietnam sollte zudem ein Ökosystem mit der engen Verbindung zwischen dem FDI-Sektor und den inländischen Unternehmen aufbauen, sagt Tran Toan Thang, Leiter der Abteilung für Internationales und Integrationspolitik des Instituts für Wirtschafts- und Finanzstrategie und -politik im Finanzministerium:
„Die Orientierung der Investitionsförderung wird sich auf Branchen fokussieren, für die sich Vietnam interessiert, darunter Forschung und Entwicklung, Elektronik, künstliche Intelligenz und andere Hightech-Bereiche. In diesem Jahr sollen wir Orientierungen in konkrete Institutionen umwandeln, um globale FDI anziehen zu können.“
Derzeit beschäftigen sich die zuständigen Behörden mit der Erstellung eines eigenen Beschlusses zur Entwicklung der Wirtschaft mit ausländischen Investitionen in der neuen Phase. Dies zeigt, dass Vietnam bei der sozioökonomischen Entwicklung neben der Privat- und Staatswirtschaft einer Wirtschaft mit ausländischen Investitionen stets Aufmerksamkeit schenkt.







