Nach Jahren der Spannungen und strategischen Wettbewerbe signalisieren die USA und China die Regulierung ihrer Beziehungen mit Blick auf mehr Stabilität und Substanz.

„Konstruktive strategische Stabilität“

Ein wichtiger Schwerpunkt beim Gespräch der beiden Spitzenpolitiker lag im Schlagwort „Beziehung mit konstruktiver strategischer Stabilität“ in der Rede des chinesischen Partei- und Staatschefs:

„Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen gehören zu den wichtigsten bilateralen Beziehungen in der heutigen Welt. Diese Beziehung muss gut geführt werden, Fehler sind absolut nicht erlaubt. Wenn unsere Länder zusammenarbeiten, profitieren beide davon. Wenn wir uns gegenüberstehen, leiden beide darunter. China und die Vereinigten Staaten sollten Partner statt Rivalen sein und sich gegenseitig helfen, gemeinsam erfolgreich zu sein. Wir haben uns darauf geeinigt, eine konstruktive, strategisch stabile Beziehung aufzubauen.“

Statt der völligen Beseitigung der vorhandenen Unterschiede hat Peking einen neuen Rahmen für Krisenmanagement vorgeschlagen. Demnach sollen beide Seiten die Koexistenz der jeweils anderen als unvermeidliche Einheit akzeptieren und sich darauf konzentrieren, strategische Fehler zu verhindern, die zu einem bewaffneten Konflikt führen könnten. Dem chinesischen Staatspräsidenten zufolge sollte eine „konstruktive und strategisch stabile Beziehung“ auf vier Säulen basieren: Stärkung der Zusammenarbeit, Aufrechterhaltung des Wettbewerbs in kontrollierbaren Grenzen, Bewältigung von Meinungsverschiedenheiten und Verpflichtung zur Vermeidung von Konflikten.

Seinerseits bekräftigte auch US-Präsident Donald Trump die Fundamente des Respekts und der gemeinsamen Werte in den Beziehungen beider Nationen:

„Die Handelsbeziehungen und der gegenseitige Respekt in den vergangenen 250 Jahren bilden die Basis für eine Zukunft, die für beide Nationen vorteilhaft ist. Die Menschen beider Staaten haben viele Gemeinsamkeiten und schätzen harte Arbeit, Mut und Erfolge. Wir haben die Chance, diese Werte zu nutzen, um für unsere Kinder eine Zukunft von größerem Wohlstand, Zusammenarbeit, Glück und Frieden zu schaffen.“

Von direkter Konfrontation zum kontrollierten Wettbewerb

Aus der Sicht internationaler Analysten richtet sich die Zukunft der Beziehungen zwischen den USA und China von direkter Konfrontation zum kontrollierten Wettbewerb aus. Laut Experten Sun Chenghao aus dem Zentrum für internationale Sicherheit und Strategie an der chinesischen Tsinghua-Universität haben die USA im Zeitraum 2017-2018 China als strategischen Konkurrenten betrachtet. Jedoch habe die US-Regierung derzeit ihre Politik schrittweise reguliert, so Sun Chenghao weiter:

„Man soll nun die Grenzen des Wettbewerbs definieren und eine übermäßige Ausweitung des Wettbewerbs vermeiden. Wenn Präsident Trump die Beziehungen zu China erfolgreich gestalten kann, wird dies meiner Meinung nach ein Signal an die Asien-Pazifik-Region senden, dass er in der Lage ist, die Beziehungen beider Seiten zu stabilisieren. Dies kann dieser Region ermöglichen, eine relativ stabile und friedliche Entwicklung beizubehalten.“

Die strategischen Differenzen zwischen den USA und China sind bislang noch groß. Jedoch gilt die Wiederaufnahme von hochrangigen Dialogen und das Streben nach einem kontrollierten Wettbewerb als positives Signal für die regionale Stabilität und die globale Wirtschaft.